Allseits verwaiste statt
allseits verbundene Frohbotschaft
Die von der Bescheidenheit getragene glückliche Zuversicht auf das
Himmelreich auf Erden – Ein von Albino Luciani / Papst Johannes Paul I. in
seiner OPERA OMNIA in neun Bänden geäusserter Gedanke – vergeblich oder
zukunftsweisend? - Sein Sterben vor 32 Jahren zwischen 22 Uhr des 28. Septembers
1978 und 3 Uhr in der Früh des folgenden Tages kann abermals – wie 1998, 2008
und 2009 – individuell oder gemeinschaftlich bedacht, buchstäblich
zukunftsweisend „begangen“ werden.
Wenn wir alle das wenigstens halbwegs Schöne, Gute, Gerechte,
das wir miteinander erleben, bedächten,
nicht das legendäre halbleere Glas in Rechnung stellten,
würden wir uns dem Paradies auf Erden nähern statt entfernen,
könnte der himmlische Auftrag sich erfüllen
statt immer weiter Schiffbruch erleiden.
Doch das ist vorderhand eine blosse Wunschvorstellung,
Utopie für viele, überhaupt nicht der Rede wert,
höchstens als Ziel und Richtung
im kleinen Bereich der Freundschaften und der Familien anerkannt,
weil für die meisten nur das halbleere
und nicht das halbvolle Glas zählt
und es gegen besseres Wissen
auf Gedeih und Verderb zum Massstab genommen wird...
Weil mit ihren unerfüllten Wünschen die meisten
enttäuscht sind statt frohgemut,
wenigstens im Besitz des halbvollen Glases zu sein,
gleicht das Dasein hier auf Erden
weitherum weit mehr der Hölle als dem Paradies.
Das Himmelreich wird häufig im Leben nach dem Tod erwartet
statt hier auf Erden zu errichten versucht,
wo es nach dem Vater-unser-Gebet
bereits zu Lebzeiten ein Ziel sein sollte,
uns von vielen sich Bescheidenden
auch tatsächlich gelebt, wenigstens angestrebt,
mit dem eigenen guten Beispiel angebahnt und vielleicht verwirklicht wird.
„Zu uns komme dein Reich“ beteten wir noch vor dem Oekumenischen Konzil,
jetzt heisst es l e d i g l i c h „Dein Reich komme!“
was sicherlich nicht wenige verleitet,
sich immer weiter l e d i g l i c h im Blick auf das Nachher
gut zu verhalten, gut zu sein.
Mit den technischen Möglichkeiten,
jederzeit per Handy oder Internet mit allen verbunden zu sein, sind wir
- nur im Blick auf das halbleere statt halbvolle Glas –
aus Angst, auch noch dieses zu verlieren,
ohne das Bemühen, das Himmelreich schon hier auf Erden zu errichten
lange vor dem Tod vereinsamt und v e r w a i s t ,
statt allseits v e r b u n d e n.
Victor
J. Willi, Rom Disentis
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