Wer das Ziel nicht kennt, kann vom Weg nichts wissen
Werner Bergengruen

Überlebenschancen dank Bescheidenheit und USM?

Die Nöte des Christentums nördlich und südlich der Alpen und die Unumgänglichkeit einer UNO mit Sanktionsbefugnis in allen fünf Bereichen, wo das Überleben der Menscheit gefährdet ist – Wie weit sind die souveränen Staaten über die gegenwärtigen Finanzen-  und Wirtschaftskrisen hinaus *) genötigt, aus dem losen Staatenbund der UNO einen Weltbundesstaat, eine USM (United States of Mankind) zu gestalten und einen Weg aus der Sackgasse der mindestens zehnmal verpassten Wiedererlangung des Paradieses zu finden.

Don Agostino, der Dorfpfarrer von Riano lud die Bewohner des Römer Vororts zu einem Konzert in seine Kirche zur Rechten des baronalen Schlosses und jetzigen Stizes der Gemeindeverwaltung und gegenüber dem von Klosterfrauen geführten Kindergartens ein. Die kanadische Pianistin MONIQUE GAUDET spielte Werke von Bach bis Debussy, wobei ein Schauspieler dazwischen Verse aus der italienischen Literatur rezitierte. Schmunzeln und Gelächter zeitigte der Satz eines Dichters der 19. Jahrhunderts :

„Non ci credo in Dio perciò mi son fatto prete” Ich glaube nicht an GOTT, darum bin ich Priester geworden

Am Schluss der Veranstaltung wollte ich vom langjährigen Ortspfarrer wissen, was er von dieser erstaunlichen Bemerkung halte? Er schaute mich lange an; er dachte wohl: Kann ich diesen Journalisten  der aus der Schweiz nördlich der Alpen stammt sagen, was  ich wirklich denke, ist er überhaupt fähig und bereit, uns Südländer zu verstehen, oder muss ich ihm wie den meisten Angehörigen aus nicht rein katholischen Ländern und Landesgegenden Sand in die Augen streuen? Schliesslich vertraute er mir angesichts meines langen Aufenthaltes in Rom und Riano und sagte unverhohlen:

„Pensandoci bene c’è del vero” Wenn ich es mir genau überlege, hat es etwas Wahres daran

Der nicht zuletzt vom Zweifel lebende Glaube

Ich glaube auf Anhieb, den tieferen Sinn seiner Antwort verstanden zu haben, doch bei der nächsten Vortragsreise durch die Schweiz wollte ich mich 1992 bei Pater EUGEN MEDERLE, dem in der Nidwalder Bergen lebenden Einsiedler, vergewissern. Sein schönes altes Gesicht leuchtete auf einmal und  sagte, nach meiner Erinnerung: „Schauen Sie, ich vertrat den Priester in einer umbrischen Gemeinde. Die Einzigen, die Tag für Tag den Gottesdienst besuchten, waren alte und ein paar junge Frauen in langen schwarzen Röcken. Sie wollten von mir, im Beichtstuhl und wo auch immer, alles wissen in der Vorstellung, dass ich als Priester alles wisse und Auskunft gebe über die heikelsten Fragen des Lebens und des Todes. In diesem Zustand der gänzlichen Überforderung und Ohnmacht, hätte ich bald einmal den Glauben verlieren können. Wo es nur Glauben und Zweifel gibt, verlangten die frommen Leutchen sicheres Wissen, die es in den letzten Fragen gar nicht geben kann. Gott sei Dank! Wichtig ist, Tag für Tag um das zu ringen, woran man glaubt und zu hoffen, dass einem die Überzeugungen nicht in die Irre führen. Vergessen Sie nicht, Don Agostino sagte ja nur, es habe etwas Wahres daran und meinte wohl, dass Gottesglauben und Atheismus keine wirklichen Gegensätze, sondern sich gegenseitig bedingende Existenzformen des Denkens sind.

„Die Kirche hatte einen trotz allem vielleicht guten Anfang“

Bei meinen Besuchen in der Schweiz und Deutschland hütete ich mich, diese Geschichte in evangelisch Kirchengemeinden zu erzählen.  Die Gefahr, dass Don Agostinos Antwort unglaubhaft wirkte oder als blosse Zynik ausgelegt würde, ist bei Andersgläubigen, die Gottes Existenz unerschütterlich in der Bibel und anderen Heiligen Schriften verankert sehen, beträchtlich. In der Innerschweiz, im Friburgischen und Wallis, freilich auch im Bündner Oberland und Freiamt brauche ich weniger Bedenken zu hegen und zu pflegen. Da konnte ich auch das Gespräch mit einem höheren Prälaten in der Kurie erwähnen. Er sagt mir auf einmal: „Ja mit der Kirche hat es zunächst schlecht begonnen. Petrus, der erste Papst, hat gesagt, er sei nicht würdig, wie der Herr zu sterben: Kopf nach unten liess er sich kreuzigen. „Das gehört zur allen bekannten Kirchengeschichten“ entgegnete ich und  verstand nicht, was der Kuriengewaltige mit dieser Binsenwahrheit ausdrücken wollte. Wiederum schaute mich ein Italiener lange an und erklärte dann fast widerwillig: „ Petrus wusste, dann geht es schneller, der so Gehängte stirbt spätestens nach zwanzig Minuten, nicht, wie Jesus wahrscheinlich erst nach vier Stunden.“

Die eigene Demut und Bescheidenheit zur Schau stellen, wo es im Grunde bloss eine Schlaumeierei ist, diese luziferische Gefahr lauert überall, wo Würde gefragt ist und die Bürde, die höchste Verantwortung,das servus servorum der letzte aber wichtigste Ehrentitel des Papsttums,besonders gefragt sind. Von den sechs Päpsten, die ich in Rom am Werk gesehen und den Tod aus dem Umfeld heraus miterlebt habe, kann ich nur von einem- JOHANNES PAUL 1- sagen, dass er mehr als jeder andere Vorgänger und Nachfolger vom Augenblick der Annahme der Priesterweihe an bis zur Thronbesteigung im Vatikan, wirklich der Diener der Diener gewesen war. Bezeichnend seine Aussage auf allen Stufen seiner nie gesuchten und stets widerwillig auf sich geladenen Laufbahn bis zum Papsttum: „ Am liebsten wäre ich Dorfpfarrer geworden mit meiner Mutter als Köchin“.

Ist ALBINO LUCIANI  tatsächlich die wegweisende Papstgestalt für das dritte Jahrtausend nach Christus? In meinem Büchlein habe ich es im Untertitel der 5.Auflage „Möglichkeiten und Grenzen eines heiligen Vaters“ zu zeigen versucht.  Ist nicht auch der Leser erschüttert, wenn er liest, was der Seminarist am 8.Juli 1935 vor seiner Priesterweihe dem Beichtvater anvertraute: „...dass ich mich nicht vorbereitet fühle, auch zu jung, um Priester zu werden“ - Dieser antwortete:„ Mein Sohn, es ist Gott, der dich gerufen, der dich erwählt hat. Du kannst dich weder verweigern noch zurückziehen. Das Einzige, was du tun kannst, ist ein Heiliger zu werden...du musst nicht an die grossen Dinge, die dich erheben, denken. Sie sind Ausdruck der Eitelkeit.“

23 Jahre später schreibt er am 21.Dezember 1958 in sein Tagebuch:

„Der Gedanke, Bischof zu werden, hat mich sehr bedrückt. Ich spüre, dessen nicht würdig zu sein, nicht vorbereitet auf das Amt. Warum ist die Wahl auf mich gefallen? Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Die Erwählung ist ein Geheimnis... Gott, ich schenke Dir mein Herz, das Leben, alles von mir. Mach, was  DU willst mit mir ! DU der alles sieht und die Herzen kennst, weißt, dass ich ein winziger Mensch, ein Christ von nur kleiner Substanz bin. Du sollst auf diesem Staub schreiben: tu es sacerdotem in aeternum - DU bist Priester in Ewigkeit. Es sind unendlich heilige Dinge! Ein Leben reicht nicht aus, um GOTT zu danken.“

ALBINO LUCIANI dankte GOTT, obwohl sein  Wunsch der Nichtpromotion nicht in Erfüllung ging. Gibt es eine höhere Form der Bescheidenheit, der Selbstverleugnung, aber auch der Dankbarkeit und der Pflichterfüllung? Kommt es alles andere als von ungefähr, dass er die Bescheidenheit als die Tugend der Tugenden bezeichnete, ohne welche alle anderen, auch die Liebe, nichts wert sein kann, ist sie doch nur allzu leicht der Playground des Teufels, wenn man etwas von seiner Liebe erwartet und nach dem Matthäus-Evangelium den Lohn für seine gute Tat selber holt.

In dubio pro reo - nicht nur vor dem weltlichen Gericht.

Was wirklich Petrus gedacht hat, nicht so wie Jesus am Kreuz zu sterben, wissen wir nicht. Die Versuchung, ihm das Schlechte statt das Gute zu unterschieben, ist je nach Standpunkt ungeheuer gross. Die Kirche mochte von allem Anfang an, durch die blossen Worte von Jesus Christus: „ du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche errichten will“, trotz aller Widerstände, zuerst den Tod ihres Gründers, einen guten Anfang, den einzig möglichen Anfang gehabt haben?

Die Versuchung des Hochmuts bei Wohlverhalten

Nach dem Vortrag über die, damals, fünf Päpste, die ich erlebte, stellte ich in Muri, Kanton Aargau,der katholischen Hochburg des Freiamtes, 1997, die Frage nach den grössten Belastungen des Christentums  südlich und nördlich der Alpen. Dass es in Italien das leichtfertige Lügen und Stehlen, ziemlich unbedenkliche Ehebrechen und Porca Madonna- Fluchen sei, hielt ich für bekannt. Da nimmt man es mit den zehn Geboten oder gar der Strassenverkehrsordnung nicht so genau. Welches sind aber die grössten Belastungen des Christentums nördlich der Alpen? Ein Mann mittleren Alters meldete sich zu Wort und sagte: „Rechthaberei, Selbstgerechtigkeit, Moralismus...“. Ich stimmte bei, verteidigte aber „unsereiner“ mit dem Hinweis, dass der sich an die zehn Gebote Haltende nur allzu leicht sich etwas darauf einbildet. Die Versuchung des Hochmuts bei Wohlverhalten ist riesengross und übersteigt die Kräfte der allermeisten Menschen.

Nach der Diskussion stellte sich der Mann vor. Er war der einzige Geistliche im grossen Vortragssaal;  kein Pater aus dem nahen Kloster sondern der evangelische Pfarrer von Muri. PAUL KLEE; ja so heisst er, lud mich zum nächsten Pfarrkapitel nach Lenzburg ein. Über dieses Thema sollte ich vier Monate später vor den Pfarrfrauen und Pfarrherren sprechen. Ohne langes Bedenken sagte ich zu, bereute es aber bald. Denn mit meinem im Christiana Verlag veröffentlichten Buch war ich als konservativer Erzkatholik abgestempelt. Die Gefahr einer Polarisierung der Ansichten war beträchtlich. Die Auseinandersetzung drohte zu einer gegenseitigen Rechthaberei zu verkommen. In dieser Zwickmühle fiel mir, zufällig oder nicht, das Kalenderbuch „ Mit einem Lächeln gesagt“ (neue Stadt Verlag, München, 1980) in die Hände. Ich schlug es „ausgerechnet“ auf der dem 9.März  gewidmeten Seite auf. Da stand geschrieben (leicht gekürzt): „ich habe einmal die von Thomas von Acquin empfohlenen Tugenden genau nachgezählt: 134 Tugenden empfiehlt der Kirchenvater. Wenn wir sie alle gleichzeitig verrichten wollten, gäbe es ein höllisches Durcheinander. Also konzentrieren wir uns besser auf Bescheidenheit und Liebe und verrichten sie in gelassener Heiterkeit.“

Von dieser höheren Warte her betrachtet, verloren die Unterschiede zwischen dem Christentum südlich und nördlich  der Alpen ihre leicht Unfrieden stiftende Gegensätzlichkeiten. Sie verschwanden beinahe angesichts der so viel gewichtigeren Divergenzen zwischen allen Religionen und Weltanschauungen, Vollkommenheit zu erreichen und möglichst das verlorene Paradies wieder zu erlangen.

War Kain nur in dem Sinn ein Mörder, dass er als Ackerbauer die Sesshaftigkeit ermöglichte und die bestehende nomadische Gesellschaftsordnung Abels in Frage stellte und überwand?

Zeitigte der nun mögliche Besitzstand innerhalb gewisser Grenzpfähle mit dem aufkommenden Reichtum nicht den Neid der weniger Tüchtigen und schliesslich die Verweichlichung der Eigentümer? Schlug da in der späten Vorgeschichte nicht die Stunde, da nach der Überzeugung

Die meisten Menschen sind so gut, wie sie daran gehindert werden können, sich schlecht zu verhalten“

aus Clangemeinschaften und Völkern Staaten, später in Ost  und West ganze sogenannte Weltreiche, zunächst das Chinesische und dann das Römische gebildet wurden, die verschiedenartige Ziele, Ideale und Tugenden anstrebten und mit ihrer Bevölkerungsvermehrung und Expansionsgelüsten sich gegenseitig ins Gehege kamen ? Führte das Versagen der nur auf Eigentum und Besitz erpichten sesshaften Gemeinschaften und ganzer Völker nicht immer weiter zu anderen Paradiesvorstellungen? Nach der Totalveräusserlichung der nur auf Eigentum und Besitz Erpichten zum Versuch, sprich Versuchung,der Totalverinnerlichung durch Meditation, Weltabwendung, Selbstverleugnung, Selbsterlösung der fernöstlichen Religiosität ? Lag nach deren elitären Forderungen und dem entsprechenden Versagen für die nichtauserwählten, Unreinen, Unberühbare - nicht die Suche, sprich Versuchung, für die Allermeisten nach Jahrhunderten, ja Jahrtausenden? Nahe, das Heil in der Nachfolge grosser Vorbilder; BUDDHA, CHRISTUS, MOHAMMED, LUTHER, CALVIN, und anderer Protagonisten und deren Religionen und Konfessionen zu suchen?

Das Himmelreich auf Erden durch die Nachahmung ihrer erhabenen Forderungen verwirklicht zu sehen? Ein Hauptreiz für die puritanischen Pilgerväter, die MAYFLOWER am 16.9 1620 in Plymouth zu besteigen und nach der Landung an der nordamerikanischen Küste im Go West, 156 Jahre später die vereinigten Staaten zu gründen und über Texas bis Kalifornien den halben Kontinent zu kolonialisieren? Sich den mit Askese, Leistung, Durchhaltevermögen zu erreichenden Reichtum die besondere Gottgefälligkeit zu verschaffen?

Wie MAX WEBER in seinem monumentalen Werk “Die Ethik des Protestantismus und der Geist des Kapitalismus“ 1920 überzeugend nachgewiesen hat - kann nicht auch das Christentum als Versuch der Sinnbarmachung des scheinbar Sinnlosen, Armut , Krankheit, Leiden, Tod, Anpassung an die äusseren Zustände vornehmlich im Katholizismus, Anpassung an die Gesellschaft vornehmlich im amerikanischen Protestantismus, gesehen werden?  (Meine Abhandlung Grundlagen einer empirischen Soziologie der Werte und Wertsysteme“ ORELL FÜSSLI ZÜRICH 1966)

Sah rückwärts und vorwärts blickend das Christentum sich in seiner Gesamtheit nicht immer wieder bedroht, durch den zuerst im 7, und  8.Jahrhundert von Westen über Spanien und Südfrankreich her, vom 11, Jahrhundert bis 1732 vor Wien von Osten her Europa in die Züge in die Zange nehmenden, neuerdings über seine Einwanderer aus unserer Mitte heraus bedrohlichen Islam, der im Jahre 800 zum Schutz des Christentums das Sacrum Imperium (in deutschen Landen genannt Römisches Reich deutscher Nation) heraufbeschwörte und noch heute grosse Widerstände gegen die Aufnahme der TÜRKEI  in die Europäische Union schürt ‚ Lässt sich nicht auch die Reformation als Versuch der Läuterung des Christentums von den Altlasten des Nepotismus, Machtmissbrauchs und der Willkür-Herrschaft der Päpste und Kaiser erklären? Ein Versuch, sprich die Versuchung, die bereits an den Meinungsverschiedenheiten der vermeintlich mit GOTT  und den Heiligen Schriften im Direktkontakt stehenden Reformatoren und nachfolgenden Religionskriegen scheitern musste? Führte der aufklärerische Glaube an die Vernunftherrschaft, Gewaltentrennung und Durchsetzung der Meinungsfreiheit nicht zur französischen Revolution?

Das Verlangen nach Gütergemeinschaft und Überwindung des bösen besitzgierigen Kains nicht zum Kommunismus, die Forderung  „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ nicht zu Nationalsozialismus und der Versuch, sprich die Versuchung, jedem Menschen durch die unbeschränkte individuelle materielle und geistige Bedürfnisstillung mit Hilfe der Technik und neoliberalen Wirtschaftsordnung das Paradies bereits auf Erden zu verschaffen, nicht zum heute hauptsächlich von den USA her bestimmten Zeitgeist der Globalisierung ?

Fünf Erkenntnisse scheinen festzustehen:

1. Nachwirkendes Nebeneinander, kein historisches Nacheinander der verschiedenartigen Paradiesvorstellungen

Die erwähnten zehn Vorstellungen über das verlorene zu errichtende Himmelreich auf Erden, wirken seit Menschengedenken nebeneinander und nacheinander und stossen in der heutigen durch die Weltwirtschaft, die Welkommunikation, die Technik und den Welttourismus vernetzten Menschheit aufeinander. Im gegenseitigen Wettbewerb buhlen sie um die Gunst der Erdenbürger. Nach der Auflösung der Sowjetunion vermochte zuerst der Neoliberalismus den bereits von ADAM  SMITH (1723-1790) angestrebte grösstmöglichste Wohlstand für die grösstmöglichste Zahl der englischen Bürger zu empfehlen. Mit der internationalen Finanzkrise ist diese irdische Frohbotschaft weit herum ins Wanken geraten und vermag sich der Menschheit kaum noch als allgemein verbindliche Heilslehre anzubieten. So verstärkt sich die Suche nach einem neuen Ausweg aus der Sackgasse  oder die Rückbesinnung auf eine der bisherigen, wenigstens zehn verschiedenartigen religiösen oder aber säkularen Paradiesvorstellungen.

Ein Schweizer Bundesrat hielt 1996 den Welt-Bundes-Staat für früher oder später unausweichlich. In seinem Brief an den Verfasser vom 24.September 1996 schrieb der Chef des eidgenössischen Militärdepartements, Adolf Ogi : „Die Welt wird ohne Zweifel zusammen wachsen und zwar in dem Masse, wie die globalen grenzüberschreitenden Bedrohungen zunehmen. Erst wenn die gemeinsame Not grösser ist als die Vorteile der nationalen Unabhängigkeit, erst wenn Frieden als Überlebensstrategie erfolgversprechender als Krieg erscheint, wird es zur Delegation von Souveränitätsrechten kommen. Der Weltbundesstaat ...muss allmählich wachsen.“

Die Frage stellt sich, ob mit den seit zwölf Jahren sich zusätzlich ergebenden Problemen, wie z.Bsp. Attentat auf Twin Towers vom 11.9.01 und aufkommender Weltverängstigung und Weltterrorismus, vermehrter Verelendung der 3.Welt. offensichtlichem Versagen griffiger ökologischer Massnahmen und noch unabsehbaren Auswirkungen der momentanen Finanz-und Wirtschaftskrise; nicht schon längst die Unumgänglichkeit einer das Geschick der Menschheit nicht mehr nur, wie bisher von der Seite der UNO-Versammlung Sicherheitsrat und von unten her (beispielsweise Aufruf zum gemeinsamen Weltethos der grossen Religionen), sondern auch von obenher, durch eine Weltkonföderation; für mehr und mehr Menschen ersichtlich oder einsehbar geworden oder aber die Menschheit dem Untergang geweiht ist; lange vor der von Astrophysikern berechneten Kollision der Galaxie Andromeda mit unserer Galaxie, der Milchstrasse, in ungefähr zwei Milliarden Jahren?

2. Nostalgismus für eine der zehn einst kulturtragenden Paradiesvorstellungen

Während die blosse Vorstellung der Verwirklichung einer Weltkonföderation noch heute von den allermeisten für unrealistisch gehalten wird und mit den Worten von Altbundesrat Ogi („als Utopie nicht erzwungen werden kann..“), ist die Versuchung sehr gross, das Heil in der Flucht nach der Vergangenheit, zu den bisherigen kulturtragenden Paradiesvorstellungen zu suchen und derart zu versuchen, trotz ihres scheinbaren oder offensichtlich bisherigen Versagens die eine oder andere gegen alle anderen durchzusetzen oder ihr wenigstens im eigenen Kreise, eine durchschlagende Geltung zu verschaffen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen für die allseitig vernetzte Menschheit eine babylonische Verwirrung sondergleichen. Die Frage stellt sich, ob in der allseitigen Verpflichtung auf das Wohlverhalten ohne Stolz, nicht ein Ausweg aus der Sackgasse allseitig konkurrenzierender und sich gegenseitig bekämpfender auf bestimmte relative gültige Tugenden, Ideale, Ideologien, Zielsetzungen, Postulate fixierte Gesellschaften gefunden werden kann. Ist es nicht auffallend, dass wenigstens begleitend auf die Bibel, das Alte Testament berufenden Religionsgemeinschaften der Juden, Christen und Mohamedaner im Hochmut das Grundübel der Menschheit erachten; kaum aber je die Konsequenz daraus gezogen haben, indem sie die Bescheidenheit bzw. Demut zur grössten aller Tugenden deklarierten?

Das Christentum versteht sich meistens als Religion der Liebe, freilich nicht im Gegensatz zur Bescheidenheit, doch fast immer so, dass es heisst, “ja schon, lediglich eine von der Bescheidenheit getragenen Liebe ist wirklich Liebe“. In Ermangelung dieser Präzision halten sich viele, ja die meisten? Christen bei Ausübung irgendeiner Zuwendung jedoch leicht etwas zugute, das nur allzu leicht eine geradezu teuflische Versuchung darstellt; dass man sich gut vorkommt, das Lob der Umwelt oder gar nach dem Tod die Aufnahme in den Himmel erwartet. In diesem Sinn stellt die Liebe nur allzu oft eine blosse Versuchung dar.

Die deutlichen Worte von Jesus, im Matthäus Evangelium festgehalten,: „..der holt sich seinen Lohn selbst und kann vom Himmlischen Vater nichts erwarten“, sind nicht  von ungefähr, selbst in vielen christlichen Gemeinschaften kaum bekannt, wenig zitiert und noch weniger beachtet. Dass es sich beim Wohlverhalten ohne Stolz um ein Ideal handelt, dem wenige, lediglich die wirklich Heiligen, vollauf gerecht werden, ist nach meinen Beobachtungen nur wenigen Gläubigen verständlich.

Bei den Mohammedanern steht bekanntlich die Hingabe zu GOTT, die exakte Übersetzung des Begriffs: Islam, im Vordergrund, die verschiedenen christlichen Konfessionen und Sekten. All die ...ismen der Ideologien, Postulate und Zielsetzungen empfehlen meist je eigene Höchstwerte wie, wie bereits vermerkt, die Vernunftherrschaft, Gewaltentrennung, Durchsetzung der Gütergemeinschaft für die Kommunisten, die Treue, Tapferkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit für die auf „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ eingeschworenen Nationalsozialisten und Genauigkeit, Effizienz und Teamgeist für die Befürworter der Globalisierung.

So stellt sich die Frage: Bietet lediglich „Bescheidenheit und Liebe in gelassener Heiterkeit“ einen erfolgversprechenden Ausweg aus dem höllischen Durcheinander des bisherigen einigermassen überschaubaren Geschichtsablaufs bis zum heute nicht mehr nur in geschlossenen Gruppen, Clans und Völkern, sondern mit all den Völkerwanderungen, Fluchtversuchen, Auf- und Abmobilitäten dauernd aufeinanderstossenden Individuen, die in den mehr und mehr modernen Gesellschaften nicht einmal mehr innerhalb einer einzigen Familie eine einigermassen geschlossene Wertgemeinschaft bilden?

Angesichts der  Fehlentwicklung all der verschiedenartigen Paradiesvorstellungen kann man zu Beginn des 3.JAHRTAUSENDS nach Christus wenigstens hoffen, dass mehr und mehr Menschen in einer gemeinsamen Weltkonföderation eine weitere Grundvoraussetzung der sich sonst vernichtenden Menschheit erkennen.

Vor mehr als 2400 Jahren bezeichnete Aristoteles die Geschichte als Lehrmeisterin der Menschheit. Am Ende des Zweiten Weltkrieges sentenzte der ernüchternde ALDOUS HUXLEY das „bonmot“:  Die Geschichte lehrt nur, dass die Menschheit aus der  Geschichte nie gelernt hat.

3. „wer das Ziel nicht kennt, kann nichts über den Weg wissen“

Möglicherweise hatte ADOLF MUSCHG recht, als er in seinem immer noch lesenswerten Buch  „Die Schweiz am Ende, am Ende die Schweiz“ . Nach der 1991 vergeblichen Errichtung einer wirklichen, den Weltfrieden garantierenden Neuen Weltordnung immerhin auf die damals verpasste Chance verwies. Wäre ein amerikanischer Präsident vom Format eines FRANKLIN D.ROOSEVELTS oder, nun hoffen viele, eines BARACK OBAMAS, den USA vorgestanden, hätte mit der Unterstützung des damals noch an der Spitze der Sowjetunion stehenden MICHAIL GORBATSCHOW, des französischen Staatspräsidenten FRANCOIS MITTERAND, der englischen Premierministerin MARGARETH THATCHER und des deutschen Bundeskanzlers HELMUT KOHL der Sprung vom losen Staatsbund der Vereinten Nationen zum Weltbundesstaat gelingen können. Dann hätte sich die Menschheit wahrscheinlich sehr viele, jedenfalls die meisten der Irrwege des vielleicht schlechtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte GEORGE W. BUSH ersparen können. BERCHTOLD BRECHT sentenzte den grossen Satz: wer nicht an Utopien glaubt, ist kein Realist.

Weltweit wurde die friedliche Auflösung der Sowjetunion noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts für unmöglich, blosses Hirngespinst und entsprechend für eine Utopie gehalten. Dennoch hat dies in kurzer Zeit fast ohne Blutvergiessen stattgefunden! Vielleicht fallen mit der um sich greifenden Finanz- und Wirtschaftskrise die Vorurteile einer Weltkonföderation viel schneller ins Auge von mehr und mehr Menschen, nicht nur einzelner Optimisten, als es bei der verzweifelten und hoffnungslosen Suche nach staatlichen, höchsten kontinentalen Auswegen den Anschein macht. So könnte sich erfüllen, was vor bald 13 Jahren der „Kriegsminister“ eines im grossen und  ganzen friedlichen Landes mit vier Ethnien und zwei Konfessionen in ziemlichem Widerstreit wenigstens als Möglichkeit und schliesslich sogar Wahrscheinlichkeit erkannt und anerkannt hatte.

4. Der grenzüberschreitende Humor als  vielleicht letzte Hilfe und beste Unterstützung

Reichen Wohlverhalten ohne Stolz und die Weltkonföderation nicht aus, um eine gesicherte Friedensordnung durchzusetzen, so mögen all  die meist übersehenen Sensationen des Guten und der alle Grenzen überschreitende Humor helfen, die Menschheit vor dem scheinbar unausweichlichen Untergang zu bewahren und lassen eine Hoffnung aufkommen, die uns Heutigen, wohin wir auch blicken, aussichtslos erscheint.

Wegweisend mag RONALD REAGEN ,jener amerikanische Präsident der 80er Jahre sein, der mit dem Bluff, die Sowjetunion von den Sternen her zu beherrschen, vielleicht sogar Entscheidend  zum schnellen Untergang der zweiten Supermacht beigetragen hat. Wohlverstanden ein mittelmässiger Schauspieler, der aber mit einer überzeugend präsentierten Fiktion, den grössten Gegenspieler der Weltpolitik in die Knie zwang. Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt ist er beinahe einem Attentäter zum Opfer gefallen. Schwer verwundet, doch noch bei Sinnen wünschte er bei seiner Ankunft im Krankenhaus vom Personal nur das eine: „i hope you all  are republicans!“

5. Vorurteilsfreiheit und Selbstbescheidung, das A und O der inner- und ausserkonfessionellen Begegnung

Erkennen und Anerkennen des Andersartigen sind jedenfalls unerlässliche Voraussetzungen der Hoffnung auf ein Verständnis über den eigenen Gartenzaun hinweg. Zwei Briefe an den Verfasser (nach der Lektüre seines Aufsatzes zum 90, Geburtstag von Jesuitenpater LUDWIG KAUFMANN in der Schweizer Kirchenzeitung 48/ 2008 s.799-802)  legen Zeugnis ab von dieser Grundbedingung jedes Einvernehmens.

Viele Missverständnisse zwischen den Angehörigen der gleichen Konfession und Religion sind kulturbedingt und können sich bereits aus der unterschiedlichen zeitlichen Verhaftung des Christentums nördlich und südlich der Alpen ergeben und erklären. Sie mögen rätselhaften Charakter haben und mahnen jedenfalls zur „ Konzentration auf Bescheidenheit und Liebe in gelassener Heiterkeit“, im Sinn des von Johannes Paul 1. empfohlenen Auswegs aus dem höllischen Durcheinander der seit Menschengedenken gegenseitig konkurrenzierenden Tugenden.

Im Brief des Kapuzinerpaters THOMAS MORUS HUBER vom 8.Dezember 2008 kommt ein „Müsterchen“ der in deutschen Landen fast unverständlichen Italianità zur Sprache. Vor etwa fünf oder sechs Jahren erging von Kardinal Ratzinger ein Schreiben an die Weltkirche, die unter anderem zu Missbräuchen in der Eucharistie Stellung nahm. Dabei wurde auch strikstens verboten, dass Laien in der Weise kommunizieren, dass sie aus der Hostienschale sich eine Oblate nehmen, dann die Oblate in den Kelch eintauchen und sich selber die Kommunion geben. Etwa zehn Tage , nachdem dieser Ukas die Schweizer Kirche erschüttert hatte, war ich an unserer Generalkurie in Rom. Dort wird dieser Brauch seit Jahren geübt. Ich war natürlich gespannt, wie die Brüder an der Generalkurie auf diese Weisung reagieren. Als ich dann noch vernahm, dass die Sekretärin von Kardinal Ratzinger, die für seine italienische Texte zuständig ist, regelmässig die Eucharistie an der Generalkurie besucht, war ich natürlich gespannt: Wie wird sich die Gemeinschaft der Generalkurie und wie wird sich die Sekretärin verhalten? Als Schweizer erwartete ich natürlich, dass die Gottesdienstteilnehmer im Schatten der Peterskuppel, sich an die strengen Weisungen von Kardinal Ratzinger halten würden. Aber die Eucharistie nahm ihren Fortgang, als ob es kein striktes kirchenamtliches Verbot gäbe, und die Sekretärin machte in keiner Weise den Eindruck, als ob sie durch ihr Verhalten gegen die kirchliche Weisung protestieren wolle.

Im Schreiben des Bruders von Ludwig Kaufmann hält Prof.Dr.Franz –XAVER KAUFMANN (BONN) fest:

Als ich zum ersten Mal die selbstverständliche Koexistenz der Römer mit ihren bald zweitausendjährigen Ruinen erlebte, wurde mir klar, dass ich bis dahin von der römischen Kirche wenig verstanden hatte. Dort lebt man zwar nicht sub specie aeternitatis, aber in Zeiträumen, denen gegenüber sogar unsere Epoche des Kapitalismus nur als Transitorium erscheint, als dass sich der Sozialismus bereits herausgestellt hat. Das ist für die Gläubigen, die es mit den konkreten Konjunkturen ihrer Zeit zu tun haben, nicht unbedingt tröstlich. Ob es weiterhin historisch erfolgreich ist, oder doch ein falsches Bewusstsein, muss die Zukunft zeigen.

Charakteristisch für die gelassenere Haltung der Römer gegenüber dem Papsttum, ihrem nach dem Zusammenbruch des antiken Weltreichs aufgekommenen neuen Kaisertum, ist die Redeweise „se muore un papa si fa un altro“ stirbt ein Papst, macht man einen Neuen. Passt ein bestimmter Papst nicht in ihr Konzept (was gegenüber BENEDIKT XV1. in manchen Belangen sicherlich zutrifft), ist die Kritik gewöhnlich verhalten, trösten sich die Unzufriedenen mit dem Blick auf einen neuen Hausherrn im Vatikan, doch wie auch immer blosser Stellvertreter und nur einer von vielen Nachfolgern des Apostels Petrus, nicht DER Nachfolger.

Moralismus und Rigorismus als grösstes Übel des Zusammenlebens

Die eigene Erfahrung nach mehr als 50 jährigem Aufenthalt in Italien, lehrt mich bei jedem Vorwurf eines römischen Freundes, vielleicht auch nur Bekannten, bald einmal zu sagen: „tu non sai quanto hai ragione“  Du weißt gar nicht wie recht Du hast. Immer wieder kommt es vor, dass ich nach einem erlösenden Schmunzeln oder lautem Lachen die  befreiende Antwort erhalte: „Vittorio tu sei uno die nostri“ Du bist einer der Unsrigen.

Ablehnung des durch dick und dünn konsequenten Verhaltens ist freilich nicht nur eine typische italienische Eigentümlichkeit ;  sie charakterisiert auch die französische Mentalität in hohem Masse .Der Schweizer Bundesrat PASCAL COUCHEPIN verweist auf die befreiende Wirkung der „souplesse“ in seine engeren Heimat.
Er berichtet: „Letztes Jahr haben wir in einem Walliser Dorf das 50-jährige Jubiläum der Anti-Alkoholismus-Liga gefeiert. Einen ganzen Nachmittag Lobpreisungen. Am Schluss hielt der Gemeindepräsident eine Rede, nach fünf Minuten merkten wir, dass er ein wenig angesäuselt war. Er lud uns alle überschwänglich zu einem guten Glas Wein ein. Er hatte vergessen,
wo er sprach. Niemand hat protestiert. So mag ich es, alle waren glücklich. Die Menschen haben noch einen Sinn für die Relativität der Dinge. Jedenfalls dort, wo ich herkomme“

vgl. DIE ZEIT, nr.11, 5.März 2009

.......und einer überlebensfähigen Menschheit

Während gewichtige Teile der amerikanischen Psychologie dem Schuldbewusstsein keine Daseinsberechtigung mehr zubilligen, hemmt es ja die efficiency des Einzelnen und die Produktivität der gesamten Wirtschaft, fragt es sich von Rom her gesehen, ob gerade diese sich im echten Schuldbewusstsein und der Verzichtbereitschaft manifestierende Bescheidenheit angesichts all  der die Menschen bedrängenden Gefahren nicht die Grundvoraussetzung des friedlichen Zusammenlebens und Überlebens in der durch die jetzige Finanz- und Wirtschaftskrise nun fast hoffnungslos verstrittenen Welt geworden ist. Wegweisend  hat JOHANNES PAUL 2.  bei seinem Besuch in Denver in Anwesenheit des amerikanischen Präsidenten BILL CLINTON  den aufkommenden Konsumismus mehr gerügt als den vor kurzem besiegten Komunismus, unter dem er selbst gelitten hatte.

So lange ein Mensch auf dieser Welt hungert, hat kein anderer, vor allem kein Christ, am wenigsten ein Priester das Recht auf Luxus“, lautete ein Vorschlag in der ersten römischen Diözesansynode zur Vorbereitung des Oekumenischen Konzils (1962-1965). Freilich  wurde das Votum in der grossen Kirchenversammlung der 3000 (meist gut gestellten) Bischöfen nicht mehrheitsfähig. Ungeachtet dessen müssen wir uns angesichts der nun vermehrten Gefahren eines um sich greifenden Hungers fragen, ob dieser Leitsatz wie die Weltkonföderation zu den Zielen der Menschheit gehört, die den eingeschlagenen Weg bestimmen soll, selbst wenn dieses Ideal nur angestrebt, nie vollständig verwirklicht werden kann, jedoch richtungsweisend bleiben muss, um dem Überleben der Menschheit doch noch eine Chance zu bieten.

Caput mundi  selbst nach 2000 Jahren ?

Im Umfeld des täglichen Zusammenlebens bedeutet das in Rom, dass dem unpünktlichen Römer, dessen Versagen ihm nicht zur Last gelegt , vielmehr entschuldigt wird, bald einmal selber pünktlich wird. Während der Moralismus die Menschheit entzweit, vermögen Verzeihen und Verstehen, das Eingehen auf die Andersartigkeit des Fremden, die gegenseitige Assimlilation statt der weltweit propagierten und durchgesetzten Integration aller Neuankömmlinge an die Gegebenheiten der bestehenden selbstgerechten einzelstaatlichen Ordnung gleichsam von oben her , die Voraussetzung für das Gelingen eines wirksamen Weltbundesstaates darstellen.

Vielleicht mehr als jedes andere Volk mögen  die Italiener spüren, dass, wenn auch immer sie Gutes getan haben, sie noch mehr hätten tun können... und die Frommen unter ihnen bekennen, dass nur einer, JESUS CHRISTUS, alles in seiner Macht stehende getan hat.

Victor J. Willi, Rom Disentis

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