Sind wir so viel besser als die NAZIS?
Die Fernsehsendung, die auf den 8. Mai, dem letzten Tag des Zweiten Weltkrieges,
ausgestrahlt werden, führen uns das Grauenhafte des Naziregimes 1933 – 1945 vor
Augen. Es lässt sich nicht beschönigen, verführt uns aber heutzutage allzu
leicht, Hunger und Durst von Abermillionen vom Tod gezeichneten Menschen in der
Dritten Welt ausser Acht zu lassen. Diese Vergesslichkeit verführt zur Annahme,
das Schlimmste läge hinter uns und wir bräuchten uns nur vor dem neu
aufkommenden Nationalismus, vielleicht sogar Nationalsozialismus oder
Weltkommunismus in Acht zu nehmen. Wenn uns lediglich der Neid gegenüber den
skrupellosen Boni-Empfänger bewegt und belastet, wir das Recht auf Leben nicht
auch den Menschen in der Dritten Welt zubilligen, verrät unsere Passivität bei
der Gestaltung einer besseren Welt im Grunde nichts Besseres als die meisten
Unrechtsregime auf dieser krummen Erde.
Die bestehenden globalen Probleme......
• der Nuklearwaffen im Besitz von mindestens acht Staaten
• der nicht wirklich effizient gezügelten und bekämpften Erderwärmung
• des notdürftig bekämpften Weltterrorismus mitsamt der Hochseepiraterie
• der ausser Rand und Band gekommenen Finanz- und Wirtschaftskrise
.....können nicht mehr durch den losen Staatenbund der UNO, noch viel weniger
durch einen Machtblock wie die EU überwunden oder auch nur auf die Dauer wirksam
bekämpft werden. Globale Probleme müssen global gelöst werden können durch eine
Organisation, in der alle bisherigen Staaten (und Minderheiten) mit gleichen
Rechten und Pflichten die gemeinsamen Anliegen regeln. Wie die liberalen
Gründerväter des eidgenössischen Bundesstaates den Sprung vom losen Staatenbund
der Alten Eidgenossenschaft zur Konföderation gewagt und bewerkstelligt haben.
Allerdings ging es 1848 nur um das Überleben der Schweiz als souveräner
Nationalstaat. Heute geht es um das Überleben der Menschheit in ihrer
Gesamtheit. Erst wenn uns das ferne Unrecht in der 3. Welt nicht minder bewegt
und belastet als die nahe Schreckensherrschaft der Nazis, verhalten wir uns
wirklich besser als die Schergen von Ausschwitz vor 70 Jahren. In diesem Sinn
kann André Siegfrieds grosser Satz: „La Suisse dans l’histoire du monde aura le
dernier mot“ (Die Schweiz wird in der Geschichte der Menschheit das letzte Wort
haben) sich nicht als billiger Trugschluss, sondern als Auftakt für eine USM
(United States of Mankind) erweisen.
Nicht Nächsten- sondern Fernstenliebe und vor allem Bescheidenheit sind
gefragt!
Victor J. Willi, Rom Disentis
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