Ich bin für Pelli als
Bundesrat... auch weil der Tessiner ein besseres Deutsch spricht als z.B. Moritz
Leuenberger
Von
Rom her gesehen will mir nicht in den Kopf, dass die Romandie zwei
Bundesratssitze beanspruchen und einen allfälligen Tessiner im Rennen auf die
fast höchste Ehre im eidgenössischen Staatswesen nicht als einen von
ihresgleichen, als „Ebenso-Lateiner“ im Gegensatz zur alemanischen Mehrheit,
betrachten. Reden denn nicht auch die italienischsprachigen Mitbürger eine
neolateinische Sprache, wie die Welschen, die Rätoromanen, die Rumänen,
Spanier und Portugiesen? Sind die Tessiner nicht von der Geschichte her
romanisierte Lombarden wie die Westschweizer romanisierte Helvetier sind? Gehört
ein Bundesrat Pelli im Urgrund genommen nicht viel mehr zu den Westschweizern,
und wäre es da nicht an der Zeit, wieder einmal einen waschechten Rätoromanen
zu erküren? Denn bei aller Hochachtung für und Freundschaft mit Bundesrat Leon
Schlumpf und seiner nicht mit einem Romontsch verheirateten Tochter: Sie sind
aus Felsberg und offensichtlich Walser und keine wirklichen Romondsch oder
Rumantsch.
Und
was die Sprache betrifft: Der Tessiner Fulvio Pelli spricht eindeutig besser
deutsch als z.B. der dialekt-hochdeutsch redende Moritz Leuenberger. Dessen Ausführungen
über Gott und die Welt erinnern mich an die Vorlesungen von Professor Vital
Schwander, eine Koriphäe des Strafrechts mit einem eigenen
Strafrechtskommentar. Er sagte einmal in einer Vorlesung: „Wenn einer einen
andern erschiesst (mit Betonung auf dem „s“). Da fanden die Deutschen im Hörsaal,
es sei gar nicht wahr, dass sie als Deutsche das Schwizertütsch des Professors
nicht gut verstünden. Sie könnten seinen Vorlesungen allemal gut folgen.
Offensichtlich meinten sie, der Professor hätte seine Vorlesungen in unserem
Dialekt gehalten. Nichtsdestoweniger wurde der ordentliche Professor
Bundesrichter der schweizerischen Eidgenossenschaft... allerdings nicht wegen
seiner dürftigen Hochsprache à la Moritz Leuenberger.
Übrigens werden da fast ausschliesslich sogenannte Welsche mit deutschschweizer Familiennamen in die Kampfwahl geschickt. Freilich kann man ihre Namen so aussprechen, dass sie französisch klingen, wie „Bürghalère“ und „Chvallèr“. Kurzum: wenn es keine valable Romands mit echt französisch geprägten Namen à la Couchpin, Bovin und Aubert gibt, dann überlasse man das zähe Ringen um die Nachfolge des geistreichen Pascal Couchepin doch besser dem echten Tessiner Pelli mit beachtlich gutem niedlichem Hochdeutsch und nur wenigen grammatikalischen Fehlern! Vielleicht kann er den Kampf mit den sogenannt welschen Kandidaten auch in Sachen „esprit“ aufnehmen!
Victor J. Willi, Rom Disentis
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